Genial oder voll danben, so richtig weiß das niemand.
Vielleicht gibt es schon zu viele Postings, Kommentare und Kolumnen die sich mit dem Unfalltod von Jörg Haider beschäftigen, aber anscheinend beschäftigt mich der Tod so sehr, dass ich mich dazu äußern möchte. Die Frage die sich mir stell ist: Warum beschäftigt mich der Tod eines der größten politischen Feinde die man/frau als linkeR SozialdemokratIn haben kann? Vielleicht genau deshalb.
Ein Grund für die emotionale Auseinandersetzung mit Haiders Tod ist sicherlich die Professionalität und die Wirkung der Person Jörg Haider. Schon als kleines Kind vor dem Fernseher nahm ich ihn wahr. Er konnte geschickt Emotionen ansprechen bzw. einfach nur auffallen. Das Empfinden des Menschen überwiegt in seiner Bedeutung für das Bewussten nun einmal der Ratio. Haider wusste das. Er kreierte einen neuen Stil: Symbolik, Botschaften, markige Sprüche – ein Stil den er allen anderen Parteien aufzwang. Die Parteien adaptierten seine Art der Politik, kürzten die Inhalte und Programme, beschränkten sich auf knappe Botschaften und wurden dafür bestraft. Niemand wählt eine schlechte Kopie.
Zu seiner Programmatik gibt es allerding wenig Positiv zu bemerken. Allein die Art und Weise wie er mit AsylwerberInnen vor wenigen Monaten umgang und sie einfach mit dem Bus quer durch die Gegend schicken ließ – als wären sie Transportgüter – zeigt wie wichtig Haider sein Status war und wie wenig er sich um einzelne Menschen scherte. Er wollte Landeshauptmann sein, vielleicht auch Bundeskanzler, er wollte strahlen und glänzen! Mehr nicht. Und jetzt wird alles auseinander brechen. Das 3. Lager hat nur die Chance sich zu einen und einen Märtyrer zu schaffen und zu pflegen so lange es geht. Ehrlich gesagt fürchte ich mich davor. SPÖ, ÖVP und Grüne hatten schon kaum eine Chance gegen einen lebenden Jörg Haider wie siehts da mit einem toten Haider aus?
Haider war ein Talent, ohne Zweifel. Seine Methoden waren eiskalt, vorausgeplant und sehr professionell und es sieht fast so aus, wäre ihm sein Unfall nicht dazwischen gekommen, dass er noch viel anrichten hätte können.
