Beiträge vom Februar 2009
Unglaubliches ist (wieder einmal) passiert. Folgendes wurde auf die Mauern des KZ-Gedenkstätte Mauthausen gemalt:
„Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut. Seid auf der Hut. 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“ . http://derstandard.at/?url=/?id=1234507071320
Warum Sprüche wie diese in Österreich dieser Tage möglich sind und der Geschichtsunterricht so versagen kann ist schnell beantwortet. Seit Jahren erlebt die rechte Hetze ein Revivel sondergleichen. Der fesche H.C. der unsterbliche J.H. haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben immerhin dem rechtsextremen Burschenschafter Martin Graf das 4. höchste Amt im Staat beschert.
Aber nicht nur Taten wie die Beschmierung der Gedenkstätte in Mauthausen zeigen, dass der Wind von Rechts weht in Österreich. Die Stimmung in den Städten ist gereizt. In vielen Gegenden Österreichs vermeldet die Linke ein häufigeres Auftreten rechtsextremer Gruppen. Die GeschichtsversagerInnen fühlen sich von „hohen und angsehenen“ PolitikerInnen bestätigt. H.C. Strache und Jörg Haider haben rechte Straftaten immer schon als „dumme Bubenstreiche“ abgetan.
Der Großteil Österreichs sitzt wieder einmal vor dem Fernseher und wartet ab was passiert. Die ÖsterreicherInnen mögen Extremismus nicht, sie sind aber nicht in der Lage die Vorzeichen von (Rechts-)Extremismus zu erkennen. Und wie lange die Menschen in Österreich brauchen um zu bemerken, dass es zu „extrem“ ist wissen wir (offenbar leider nicht alle!).
Das man Rechtsextremismus am bestem mit Präventionsmaßnahmen bekämpft und verhindert ist ja kein Geheimnis. Für die meisten Nazis und rechten Skins ist aber vielleicht schon zu spät für eine gute Schul- und Berufsausbildung, soziale Absicherung und Rassismusworkshops. Wie bekämpft man also die Symptome der braunen Szene?
Diese Frage sollten sich die vielen linken und nicht linken, liberalen, konservativen und vor allem die Menschen stellen, die sich für Politik einen Scheiß interessieren. Ein Fackelzug oder Lichtermeer kann nicht die Lösung für dieses Problem darstellen, es ist allenfalls ein Zeichen, dass da noch jemand ist der nicht so denkt wie H.C. Strache und Co.
Kategorien: Gesellschaft · Politik
Auf dem Weg zur Arbeit kann man an Stellen die man schon dutzende Male zuvor passiert hat, interessante Dinge entdecken. Vor allem dann wenn KünstlerInnen mit Schablone und Spraydosen ausgerüstet waren:

Kategorien: Gesellschaft
Mit Tag(s) versehen: Graz, Kunst
… Sagt Gerhard Maria Wagner, in Zukunft Weihbischof von Linz. Nun ja…
Die Kirche macht es mir nicht leicht, vor allem in letzter Zeit. Nicht das ich ein glühender Verfechter des Wort Gottes wäre, aber meinem Großvater zu liebe bin ich bis dato noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Und das auch nur weil er immer wieder zu mir sagte: „Gottes Augen sind alle Menschen gleich!“
Ich dachte mir es sei okay seines sozialistischen Großvaters wegen, der geschickt die Verbindung zwischen Urchristentum und Sozialismus herstellte, noch bis zu seinem Ableben mit der Verneinung der Existenz des heiligen Geistes zu warten. Es gibt ja auch gute Sachen aus dem kirchlichen Umfeld. Die Caritas zum Beispiel , oder das Vinzidorf. Aber schön langsam gehen mir die Ausreden aus.
Johannes Paul II hatte sich wenigstens etwas Mühe gegeben: Dialog mit dem Islam und Judentum und sogar ein eigenes Musikvideo auf MTV. Aber dieser Ratzinger, Papst Benedikt der 666. müsste er heißen. Ich hab noch nie einen alten Fanatiker gesehen, der dem Teufel so ähnlich. Zumindest stelle ich mir den Teufel in Menschengestalt so vor. Mich wundert es erst gar nicht, dass dieser Papst ausgerechnet aus Adolf Hitlers Wahlheimat stammt.
Jedenfalls stellt die Kirche die Liebe zu meinem Großvater auf eine harte Probe. Einem alten Mann die Hoffnung auf eine gute und gläubige Nachfolgegeneration zu zerstören oder in einer Sekte die den Holocaust leugnet, Abtreibung als Mord bezeichnet und Homosexuelle von ihrer Krankheit heilen möchte als zahlendes Mitglied angehören?
Es tut mir leid Opa!

Kategorien: Gesellschaft
Mit Tag(s) versehen: Gott, Linz, Weihbischof
Studieren im 21. Jahrhundert ist bei weitem nicht so wie man es sich eigentlich vorstellt. Hoch entwickelte Technik, modernste Lehrmethoden und unbeschränkter Zugang zu freiem Wissen steht diametral zur universitären Realität. Mit Geld überhäuft werden nur die, die sich den Bedürfnissen des „entfesselten Kapitalismus“ unterwerfen. Anpassen oder pleite gehen lautet die Devise.
Vor allem in geisteswissenschaftlichen Studien merkt man was Sparen in der Bildung wirklich bedeutet. Das Foto zeigt das geografische Zentrum meines Philosophiestudiums, und es studiert sich auch so wie es aussieht. Die Unterrichtsräume sind alt und haben nocj nie einen Computer gesehen. Die Sitzgelegenheiten verursachen eine Krümmung der Wirbelsäule und der geistigen Haltung. Die meistend schon pensionierten ProfessorInnen versuchen den Studienplan irgendwie aufrecht zu erhalten und dem Rest der Welt ist das ziemlich egal.
Zumindest der Vorplatz des „Philoturmes“ sieht irgendwie einladend aus im warmen Licht der fast schon Frühlingssonne.


Kategorien: Studieren
Mit Tag(s) versehen: Studium, Uni
Das Graz eine durchaus schöne architektonische Natur hat ist unumstritten. Was sie für mich jedoch viel schöner macht, sind die vielen kleinen Kunstwerke an Mauern, Wänden, Türen und überall sonst wo die Werbemaschinerie noch Platz lässt. Sie geben jeder Stadt mehr Gesichter und zeigen, dass es Menschen gibt die spät in der Nacht was zu sagen haben.
Wie zum Beispiel das hier:

Kategorien: Gesellschaft