Nazi-Schmierereien auf KZ-Gedenkstätte
Unglaubliches ist (wieder einmal) passiert. Folgendes wurde auf die Mauern des KZ-Gedenkstätte Mauthausen gemalt:
“Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut. Seid auf der Hut. 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug” . http://derstandard.at/?url=/?id=1234507071320
Warum Sprüche wie diese in Österreich dieser Tage möglich sind und der Geschichtsunterricht so versagen kann ist schnell beantwortet. Seit Jahren erlebt die rechte Hetze ein Revivel sondergleichen. Der fesche H.C. der unsterbliche J.H. haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben immerhin dem rechtsextremen Burschenschafter Martin Graf das 4. höchste Amt im Staat beschert.
Aber nicht nur Taten wie die Beschmierung der Gedenkstätte in Mauthausen zeigen, dass der Wind von Rechts weht in Österreich. Die Stimmung in den Städten ist gereizt. In vielen Gegenden Österreichs vermeldet die Linke ein häufigeres Auftreten rechtsextremer Gruppen. Die GeschichtsversagerInnen fühlen sich von “hohen und angsehenen” PolitikerInnen bestätigt. H.C. Strache und Jörg Haider haben rechte Straftaten immer schon als “dumme Bubenstreiche” abgetan.
Der Großteil Österreichs sitzt wieder einmal vor dem Fernseher und wartet ab was passiert. Die ÖsterreicherInnen mögen Extremismus nicht, sie sind aber nicht in der Lage die Vorzeichen von (Rechts-)Extremismus zu erkennen. Und wie lange die Menschen in Österreich brauchen um zu bemerken, dass es zu “extrem” ist wissen wir (offenbar leider nicht alle!).
Das man Rechtsextremismus am bestem mit Präventionsmaßnahmen bekämpft und verhindert ist ja kein Geheimnis. Für die meisten Nazis und rechten Skins ist aber vielleicht schon zu spät für eine gute Schul- und Berufsausbildung, soziale Absicherung und Rassismusworkshops. Wie bekämpft man also die Symptome der braunen Szene?
Diese Frage sollten sich die vielen linken und nicht linken, liberalen, konservativen und vor allem die Menschen stellen, die sich für Politik einen Scheiß interessieren. Ein Fackelzug oder Lichtermeer kann nicht die Lösung für dieses Problem darstellen, es ist allenfalls ein Zeichen, dass da noch jemand ist der nicht so denkt wie H.C. Strache und Co.
3 comments Februar 15, 2009
Graz ist ein begehbarer Kleiderschrank
Auf dem Weg zur Arbeit kann man an Stellen die man schon dutzende Male zuvor passiert hat, interessante Dinge entdecken. Vor allem dann wenn KünstlerInnen mit Schablone und Spraydosen ausgerüstet waren:
Add comment Februar 12, 2009
“Wir können doch bitte nicht an der Bibel vorbei.”…
… Sagt Gerhard Maria Wagner, in Zukunft Weihbischof von Linz. Nun ja…
Die Kirche macht es mir nicht leicht, vor allem in letzter Zeit. Nicht das ich ein glühender Verfechter des Wort Gottes wäre, aber meinem Großvater zu liebe bin ich bis dato noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Und das auch nur weil er immer wieder zu mir sagte: “Gottes Augen sind alle Menschen gleich!”
Ich dachte mir es sei okay seines sozialistischen Großvaters wegen, der geschickt die Verbindung zwischen Urchristentum und Sozialismus herstellte, noch bis zu seinem Ableben mit der Verneinung der Existenz des heiligen Geistes zu warten. Es gibt ja auch gute Sachen aus dem kirchlichen Umfeld. Die Caritas zum Beispiel , oder das Vinzidorf. Aber schön langsam gehen mir die Ausreden aus.
Johannes Paul II hatte sich wenigstens etwas Mühe gegeben: Dialog mit dem Islam und Judentum und sogar ein eigenes Musikvideo auf MTV. Aber dieser Ratzinger, Papst Benedikt der 666. müsste er heißen. Ich hab noch nie einen alten Fanatiker gesehen, der dem Teufel so ähnlich. Zumindest stelle ich mir den Teufel in Menschengestalt so vor. Mich wundert es erst gar nicht, dass dieser Papst ausgerechnet aus Adolf Hitlers Wahlheimat stammt.
Jedenfalls stellt die Kirche die Liebe zu meinem Großvater auf eine harte Probe. Einem alten Mann die Hoffnung auf eine gute und gläubige Nachfolgegeneration zu zerstören oder in einer Sekte die den Holocaust leugnet, Abtreibung als Mord bezeichnet und Homosexuelle von ihrer Krankheit heilen möchte als zahlendes Mitglied angehören?
Es tut mir leid Opa!
1 comment Februar 12, 2009
Studieren im Jahr 2009
Studieren im 21. Jahrhundert ist bei weitem nicht so wie man es sich eigentlich vorstellt. Hoch entwickelte Technik, modernste Lehrmethoden und unbeschränkter Zugang zu freiem Wissen steht diametral zur universitären Realität. Mit Geld überhäuft werden nur die, die sich den Bedürfnissen des “entfesselten Kapitalismus” unterwerfen. Anpassen oder pleite gehen lautet die Devise.
Vor allem in geisteswissenschaftlichen Studien merkt man was Sparen in der Bildung wirklich bedeutet. Das Foto zeigt das geografische Zentrum meines Philosophiestudiums, und es studiert sich auch so wie es aussieht. Die Unterrichtsräume sind alt und haben nocj nie einen Computer gesehen. Die Sitzgelegenheiten verursachen eine Krümmung der Wirbelsäule und der geistigen Haltung. Die meistend schon pensionierten ProfessorInnen versuchen den Studienplan irgendwie aufrecht zu erhalten und dem Rest der Welt ist das ziemlich egal.
Zumindest der Vorplatz des “Philoturmes” sieht irgendwie einladend aus im warmen Licht der fast schon Frühlingssonne.
Add comment Februar 9, 2009
Die Stadt und ihre Bilder
Das Graz eine durchaus schöne architektonische Natur hat ist unumstritten. Was sie für mich jedoch viel schöner macht, sind die vielen kleinen Kunstwerke an Mauern, Wänden, Türen und überall sonst wo die Werbemaschinerie noch Platz lässt. Sie geben jeder Stadt mehr Gesichter und zeigen, dass es Menschen gibt die spät in der Nacht was zu sagen haben.
Wie zum Beispiel das hier:
Add comment Februar 9, 2009
Reprise – Trailer
Ein Film über zwei junge Schriftsteller, die es endlich schaffen möchten. Twentysomething-Rebellen die an der Realität zerbrechen.
Erik und Philipp, zwei junge Norweger, stehen gemeinsam vor dem Briefkasten. Jeder von ihnen hält ein großes Briefcouvert in der Hand, darin ihre beiden Debutromane. Sie stehen kurz davor ihre Erstlingswerke an den selben Verlag zu schicken. Was dann geschieht, macht das Leben für beide nicht einfacher.
In vielen kleinen Episoden erzählt der Regisseur Joachim Trier viele mögliche Entwicklung der Anfangsszene, nur um immer wieder am Höhepunkt der Emotionen zum Status Quo des Beginns zurückzukehren.
Add comment Oktober 12, 2008
Über Jörg Haiders Unfall…
Genial oder voll danben, so richtig weiß das niemand.
Vielleicht gibt es schon zu viele Postings, Kommentare und Kolumnen die sich mit dem Unfalltod von Jörg Haider beschäftigen, aber anscheinend beschäftigt mich der Tod so sehr, dass ich mich dazu äußern möchte. Die Frage die sich mir stell ist: Warum beschäftigt mich der Tod eines der größten politischen Feinde die man/frau als linkeR SozialdemokratIn haben kann? Vielleicht genau deshalb.
Ein Grund für die emotionale Auseinandersetzung mit Haiders Tod ist sicherlich die Professionalität und die Wirkung der Person Jörg Haider. Schon als kleines Kind vor dem Fernseher nahm ich ihn wahr. Er konnte geschickt Emotionen ansprechen bzw. einfach nur auffallen. Das Empfinden des Menschen überwiegt in seiner Bedeutung für das Bewussten nun einmal der Ratio. Haider wusste das. Er kreierte einen neuen Stil: Symbolik, Botschaften, markige Sprüche – ein Stil den er allen anderen Parteien aufzwang. Die Parteien adaptierten seine Art der Politik, kürzten die Inhalte und Programme, beschränkten sich auf knappe Botschaften und wurden dafür bestraft. Niemand wählt eine schlechte Kopie.
Zu seiner Programmatik gibt es allerding wenig Positiv zu bemerken. Allein die Art und Weise wie er mit AsylwerberInnen vor wenigen Monaten umgang und sie einfach mit dem Bus quer durch die Gegend schicken ließ – als wären sie Transportgüter – zeigt wie wichtig Haider sein Status war und wie wenig er sich um einzelne Menschen scherte. Er wollte Landeshauptmann sein, vielleicht auch Bundeskanzler, er wollte strahlen und glänzen! Mehr nicht. Und jetzt wird alles auseinander brechen. Das 3. Lager hat nur die Chance sich zu einen und einen Märtyrer zu schaffen und zu pflegen so lange es geht. Ehrlich gesagt fürchte ich mich davor. SPÖ, ÖVP und Grüne hatten schon kaum eine Chance gegen einen lebenden Jörg Haider wie siehts da mit einem toten Haider aus?
Haider war ein Talent, ohne Zweifel. Seine Methoden waren eiskalt, vorausgeplant und sehr professionell und es sieht fast so aus, wäre ihm sein Unfall nicht dazwischen gekommen, dass er noch viel anrichten hätte können.
1 comment Oktober 12, 2008
Alleinregierung oder doch Duett? – Der neue James Bond Titelsong
Während man/frau andernorts noch über die möglichen Koalitionsformen rätselt – und gar eine Minderheitenregierung als Möglichkeit genannt wird – gibt man sich in britischen Hoheitsgebieten bereitwilliger mit anderen zusammen zu arbeiten. Lange Rede, kurzer Sinn: der neue James Bond-Titelsong kommt im Duett daher. Nämlich Alicia Keys und Jack White (White Stripes).
Das Gezeter (schönes Wort
)über Amy Winehouse ob nicht oder doch, will sie? kann sie? etc. ist endlich vorbei. Das sehr eigenwillige Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Keys und White wurde von letzerem produziert, geschrieben und eingespielt. Doch vor allem am Gesang scheinen sich die Meinungen zu teilen. Stellenweise überschneiden sich beide Stimmlagen, man/frau kann nicht unterscheiden aus welchem Kelchen der Ton kommt. Entweder man/frau mag es oder nicht, aber eine Meinung dazu haben alle! Gut so, denn was polarisiert fällt auf. Der Titel des Songs lautet: “Another Way To Die”.
Aber wie immer gilt: Bild dir deine Meinung!
Deswegen:
1 comment Oktober 12, 2008





