"good news everyone…!" Saftbar ist zurück!

„Österreich“-Quote für das Radio?

November 3, 2009 · Kommentar schreiben

Fürchtet euch nicht! Quoten einzuführen ist natürlich nicht unsere Erfindung. Wir waren auch nicht die ersten, die laut darüber nachdenken wollen. Uns ist zu Ohren gekommen, dass letzten Jahres im Monat Juli in der Politik der höchsten Ränge (Nationalrat) darüber diskutiert wurde. Dazu Stellung nahm ein gewisser Walter Gröbchen in einem Datumsartikel und auch in der Musikzeitschrift The Gap. Demzufolge gab es eine Enquete, die das „Problem“ der österreichischen Musik im heimischen Äther diskutieren sollte.

Löblich, wie wir finden. Sollte man doch gut und gerne vor der eigenen Haustüre kehren. Was ist jetzt damit? Kein Sterbenswörtchen kann man über die heimische Musik im öffentlichen/staatlichen Radio hören. Ja ok, wir geben Ihnen ja Recht wenn Sie die „neuen Österreicher“ auf Ö3 erwähnen. „Aber aber!“ würden wir Ihnen leicht erzürnt zurück werfen, „Christl Stürmer und die Starmaniasippe sind Ihnen vielleicht genug! Uns aber auf keinen Fall!“ Genau das, wollen wir jetzt auch sagen.

Gerade einmal 14,2 % beträgt der Anteil von Musik aus Österreich im staatlichen Radio. Was uns sehr bedenklich stimmt, wenn sogar Musikschreiberlinge wie Robert Rotifer fast schon bedauern, der Musik wegen nach England gegangen zu sein, wenn doch hier bei uns zu Hause die Indiewunder aus dem Boden schießen, wie Pfifferlinge.

Geben Sie Ihre Stimme hier ab und sagen Sie was Sie von der „Austro-Quote“ halten.

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Unsere Uni gehört uns!

November 2, 2009 · 3 Kommentare

Als unregelmäßige BesucherInnen der Karl-Franzens-Universität haben wir die Besetzung des Hörsaals A in der Vorklinik bemerkt. Überrascht starrten wir je nach Zustand der Betrachteten wütenden, betrunkenen, schlafenden und rauchenden Studierenden ins Gesicht. Worum es geht haben wir schon verstanden. Ist doch toll: sitzen, reden, diskutieren, beschließen und was noch so dazu gehört zum dazu gehören. Auch den Effekt finden wir großartig: 34 Millionen mehr für tertiäre Bildung im einstigen Kaiserreich aka Öster. Und Aufmerksamkeit gibt es (hurra Studierende sind in der Zeitung!) – und Demonstrationen (Menschenrechte gibt es auch in der Heimat von Hans Dichand)! Wir sind mit einem Lächeln durch die Herrengasse spaziert, sogar mit einer Trillerpfeife! Wir haben der Kälte getrotzt und skandiert, dass der Hahn sich doch seines hübschen Federkleides entledigen möchte. Wir haben ihm sogar angeboten ihm dabei zu helfen! So viele Füße trampelten über den Hauptplatz.

Selbstverständlich waren wir auch im „befreiten“ (wir distanzieren uns wegen Ähnlichkeiten zu einer vorbelasteten Propagandemaschinerie von dieser Bezeichnung) Hörsaal (siehe Bild des Monats Oktober). Aber eines hat uns wohl gestört – nämlich das WIR uns nicht so richtig wohlfühlen konnten. Bitte fragen Sie nicht warum. Wir zerbrechen uns schon seit Tagen den Kopf darüber. Es könnte einige Antworten darauf geben: Sind wir für Zugangsbeschränkunge? Nein. Wollen wir der Universität was gutes tun und Studiengebühren bezahlen? Sicherlich nicht. Mochten wir ganz einfach die Menschen im Hörsaal nicht, weil sie brüllten und stampften, erbost ihre Eltern anriefen, dass Sie auf das Taschengeld verzichten, weil sie jetzt unabhängig sind? Weil sie vor Wut schnaubten und durch Mikrofone schrien als wollten sie ein Reich unterwerfen? War es weil wir wussten, dass es ihnen egal war, ob Menschen den Hörsaal für Prüfungszwecke dringend gebraucht hätten. War es vielleicht, weil sie gierig die Hände öffneten um Geld von ÖH entgegenzunehmen und im Gegenzug die Vereinnahmung durch die gesetzliche und gewählte Vertretung (ebendiese) anprangerten. Oder waren wir schlecht gelaunt, weil noch immer keine Langspielplatte aus dem Hause Saftbar in den Läden erhältlich war?

Wir wissen es nicht… wahrscheinlich haben wir uns das alles nur eingebildet. Wohl eher noch, sind wir alt geworden. Immer schwirren uns die Konsequenzen von Handlungen durch den Kopf. Immer wollen wir alles bedenken. Manchmal sogar haben wir Angst im Kopf, die sich ganz schnell zur Wut im Bauch verwandelt. Wir werden einfach warten, … warten bis sich die Besetzungen in Luft aufgelöst haben. Nur um dann zu rufen: Schämt euch! Ihr habt nicht durchgehalten. Wie ‘68 hätte es sein können. Aber ihr seid lieber nach Hause zu euren iPhones und Playstations. Nach Hause zu euren Kaffe Latte um per Twitter die Revolution auszurufen! Pfui..!

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Nazi-Schmierereien auf KZ-Gedenkstätte

Februar 15, 2009 · 3 Kommentare

Unglaubliches ist (wieder einmal) passiert. Folgendes wurde auf die Mauern des KZ-Gedenkstätte Mauthausen gemalt:

„Was unsern Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut. Seid auf der Hut. 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“ . http://derstandard.at/?url=/?id=1234507071320

Warum Sprüche wie diese in Österreich dieser Tage möglich sind und der Geschichtsunterricht so versagen kann ist schnell beantwortet. Seit Jahren erlebt die rechte Hetze ein Revivel sondergleichen. Der fesche H.C. der unsterbliche J.H. haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben immerhin dem rechtsextremen Burschenschafter Martin Graf das 4. höchste Amt im Staat beschert.

Aber nicht nur Taten wie die Beschmierung der Gedenkstätte in Mauthausen zeigen, dass der Wind von Rechts weht in Österreich. Die Stimmung in den Städten ist gereizt. In vielen Gegenden Österreichs vermeldet die Linke ein häufigeres Auftreten rechtsextremer Gruppen. Die GeschichtsversagerInnen fühlen sich von „hohen und angsehenen“ PolitikerInnen bestätigt. H.C. Strache und Jörg Haider haben rechte Straftaten immer schon als „dumme Bubenstreiche“ abgetan.

Der Großteil Österreichs sitzt wieder einmal vor dem Fernseher und wartet ab was passiert. Die ÖsterreicherInnen mögen Extremismus nicht, sie sind aber nicht in der Lage die Vorzeichen von (Rechts-)Extremismus zu erkennen. Und wie lange die Menschen in Österreich brauchen um zu bemerken, dass es zu „extrem“ ist wissen wir (offenbar leider nicht alle!).
Das man Rechtsextremismus am bestem mit Präventionsmaßnahmen bekämpft und verhindert ist ja kein Geheimnis. Für die meisten Nazis und rechten Skins ist aber vielleicht schon zu spät für eine gute Schul- und Berufsausbildung, soziale Absicherung und Rassismusworkshops. Wie bekämpft man also die Symptome der braunen Szene?

Diese Frage sollten sich die vielen linken und nicht linken, liberalen, konservativen und vor allem die Menschen stellen, die sich für Politik einen Scheiß interessieren. Ein Fackelzug oder Lichtermeer kann nicht die Lösung für dieses Problem darstellen, es ist allenfalls ein Zeichen, dass da noch jemand ist der nicht so denkt wie H.C. Strache und Co.

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Graz ist ein begehbarer Kleiderschrank

Februar 12, 2009 · Kommentar schreiben

Auf dem Weg zur Arbeit kann man an Stellen die man schon dutzende Male zuvor passiert hat, interessante Dinge entdecken. Vor allem dann wenn KünstlerInnen mit Schablone und Spraydosen ausgerüstet waren:

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„Wir können doch bitte nicht an der Bibel vorbei.“…

Februar 12, 2009 · 1 Kommentar

… Sagt Gerhard Maria Wagner, in Zukunft Weihbischof von Linz. Nun ja…

Die Kirche macht es mir nicht leicht, vor allem in letzter Zeit. Nicht das ich ein glühender Verfechter des Wort Gottes wäre, aber meinem Großvater zu liebe bin ich bis dato noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Und das auch nur weil er immer wieder zu mir sagte: „Gottes Augen sind alle Menschen gleich!“

Ich dachte mir es sei okay seines sozialistischen Großvaters wegen, der geschickt die Verbindung zwischen Urchristentum und Sozialismus herstellte, noch bis zu seinem Ableben mit der Verneinung der Existenz des heiligen Geistes zu warten. Es gibt ja auch gute Sachen aus dem kirchlichen Umfeld. Die Caritas zum Beispiel , oder das Vinzidorf. Aber schön langsam gehen mir die Ausreden aus.

Johannes Paul II hatte sich wenigstens etwas Mühe gegeben: Dialog mit dem Islam und Judentum und sogar ein eigenes Musikvideo auf MTV. Aber dieser Ratzinger, Papst Benedikt der 666. müsste er heißen. Ich hab noch nie einen alten Fanatiker gesehen, der dem Teufel so ähnlich. Zumindest stelle ich mir den Teufel in Menschengestalt so vor. Mich wundert es erst gar nicht, dass dieser Papst ausgerechnet aus Adolf Hitlers Wahlheimat stammt.

Jedenfalls stellt die Kirche die Liebe zu meinem Großvater auf eine harte Probe. Einem alten Mann die Hoffnung auf eine gute und gläubige Nachfolgegeneration zu zerstören oder in einer Sekte die den Holocaust leugnet, Abtreibung als Mord bezeichnet und Homosexuelle von ihrer Krankheit heilen möchte als zahlendes Mitglied angehören?

Es tut mir leid Opa!

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Studieren im Jahr 2009

Februar 9, 2009 · Kommentar schreiben

Studieren im 21. Jahrhundert ist bei weitem nicht so wie man es sich eigentlich vorstellt. Hoch entwickelte Technik, modernste Lehrmethoden und unbeschränkter Zugang zu freiem Wissen steht diametral zur universitären Realität. Mit Geld überhäuft werden nur die, die sich den Bedürfnissen des „entfesselten Kapitalismus“ unterwerfen. Anpassen oder pleite gehen lautet die Devise.

Vor allem in geisteswissenschaftlichen Studien merkt man was Sparen in der Bildung wirklich bedeutet. Das Foto zeigt das geografische Zentrum meines Philosophiestudiums, und es studiert sich auch so wie es aussieht. Die Unterrichtsräume sind alt und haben nocj nie einen Computer gesehen. Die Sitzgelegenheiten verursachen eine Krümmung der Wirbelsäule und der geistigen Haltung. Die meistend schon pensionierten ProfessorInnen versuchen den Studienplan irgendwie aufrecht zu erhalten und dem Rest der Welt ist das ziemlich egal.

Zumindest der Vorplatz des „Philoturmes“ sieht irgendwie einladend aus im warmen Licht der fast schon Frühlingssonne.

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Die Stadt und ihre Bilder

Februar 9, 2009 · Kommentar schreiben

Das Graz eine durchaus schöne architektonische Natur hat ist unumstritten. Was sie für mich jedoch viel schöner macht, sind die vielen kleinen Kunstwerke an Mauern, Wänden, Türen und überall sonst wo die Werbemaschinerie noch Platz lässt. Sie geben jeder Stadt mehr Gesichter und zeigen, dass es Menschen gibt die spät in der Nacht was zu sagen haben.

Wie zum Beispiel das hier:

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Januar 14, 2009 · Kommentar schreiben

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Reprise – Trailer

Oktober 12, 2008 · Kommentar schreiben

 Ein Film über zwei junge Schriftsteller, die es endlich schaffen möchten. Twentysomething-Rebellen die an der Realität zerbrechen.

Erik und Philipp, zwei junge Norweger, stehen gemeinsam vor dem Briefkasten. Jeder von ihnen hält ein großes Briefcouvert in der Hand, darin ihre beiden Debutromane. Sie stehen kurz davor ihre Erstlingswerke an den selben Verlag zu schicken. Was dann geschieht, macht das Leben für beide nicht einfacher. 

In vielen kleinen Episoden erzählt der Regisseur Joachim Trier viele mögliche Entwicklung der Anfangsszene, nur um immer wieder am Höhepunkt der Emotionen zum Status Quo des Beginns zurückzukehren.

 

 

 

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Über Jörg Haiders Unfall…

Oktober 12, 2008 · 1 Kommentar

 Genial oder voll danben, so richtig weiß das niemand.

Vielleicht gibt es schon zu viele Postings, Kommentare und Kolumnen die sich mit dem Unfalltod von Jörg Haider beschäftigen, aber anscheinend beschäftigt mich der Tod so sehr, dass ich mich dazu äußern möchte. Die Frage die sich mir stell ist: Warum beschäftigt mich der Tod eines der größten politischen Feinde die man/frau als linkeR SozialdemokratIn haben kann? Vielleicht genau deshalb.

Ein Grund für die emotionale Auseinandersetzung mit Haiders Tod ist sicherlich die Professionalität und die Wirkung der Person Jörg Haider. Schon als kleines Kind vor dem Fernseher nahm ich ihn wahr. Er konnte geschickt Emotionen ansprechen bzw. einfach nur auffallen. Das Empfinden des Menschen überwiegt in seiner Bedeutung für das Bewussten nun einmal der Ratio. Haider wusste das. Er kreierte einen neuen Stil: Symbolik, Botschaften, markige Sprüche – ein Stil den er allen anderen Parteien aufzwang. Die Parteien adaptierten seine Art der Politik, kürzten die Inhalte und Programme, beschränkten sich auf knappe Botschaften und wurden dafür bestraft. Niemand wählt eine schlechte Kopie. 

Zu seiner Programmatik gibt es allerding wenig Positiv zu bemerken. Allein die Art und Weise wie er mit AsylwerberInnen vor wenigen Monaten umgang und sie einfach mit dem Bus quer durch die Gegend schicken ließ – als wären sie Transportgüter – zeigt wie wichtig Haider sein Status war und wie wenig er sich um einzelne Menschen scherte. Er wollte Landeshauptmann sein, vielleicht auch Bundeskanzler, er wollte strahlen und glänzen! Mehr nicht. Und jetzt wird alles auseinander brechen. Das 3. Lager hat nur die Chance sich zu einen und einen Märtyrer zu schaffen und zu pflegen so lange es geht. Ehrlich gesagt fürchte ich mich davor. SPÖ, ÖVP und Grüne hatten schon kaum eine Chance gegen einen lebenden Jörg Haider wie siehts da mit einem toten Haider aus?

Haider war ein Talent, ohne Zweifel. Seine Methoden waren eiskalt, vorausgeplant und sehr professionell und es sieht fast so aus, wäre ihm sein Unfall nicht dazwischen gekommen, dass er noch viel anrichten hätte können.

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